Ende Mai startete ich nach Pfronten im Allgäu. Mit im Gepäck einige junge Rebstöcke, Hacken und Pfähle. Der Wirt der „Kappler Alm“ hegte den Wunsch Deutschlands höchsten Weinberg sein Eigen zu nennen. Ein guter Kunde des Weingutes hatte von diesem Traum erfahren und mich informiert.
Nach einer steilen Wanderung von einer Stunde war endlich die Kappeler Alm auf 1350 Meter Höhe in Sicht. Trotz der kühlen 16°C war einem schon gut warm ums Herz geworden. Zum Glück wurden die Pfähle und besonders die schwere Metall-Pfahlramme mit 10 kg Gewicht mit einem Gelände-Unimog hochgefahren.
Dann kam die schwierigste Entscheidung: Wo sollte der Weinberg hin? Theoretisch nahe an die Wanderhütte. Praktisch war dort aber kein guter Boden vorhanden und das Ausgraben eines Pflanzloches gestaltete sich als äußerst unangenehm. Schließlich haben wir uns entschlossen, die jungen Weinreben an einem romantischen Südhang zu pflanzen. So kann sich der kleine Weinberg immer an dem tollen Zugspitzblick erfreuen, vor allem im Winter wenn’s dort oben ungemütlich kalt ist. Als zweites Argument für den Standort wurde vom Hüttenwirt der hervorragende biologische Dünger der Weidekühe angeführt. Damit die vierbeinigen Feinschmecker allerdings nicht von den Rebtrieben naschen, muss zukünftig noch ein Schutzzaun errichtet werden.
Nach 1,5 Stunden war der Jungweinberg dann soweit fertig gepflanzt, gedüngt und angegossen. Im Foto bekommt der ehemalige Trickskifahrer und heutige Hüttenchef Karl die letzten Pflegeanweisungen für die Rebenbabys für die kommenden 2 Monate.

Es war ein toller Spaß und selbstverständlich sind alle unsere Kunden dort oben herzlich willkommen. Ein schöner fruchtig-leichter Trollinger steht natürlich immer zum besonderen Höhengenuss mit Alpenpanorama bereit.