Nachhaltigkeit – Unsere Verantwortung für die Zukunft

Die Erhaltung einer intakten Umwelt liegt uns besonders am Herzen – schließlich leben und arbeiten wir als Winzerfamilie direkt mit und von der Natur. Unser tägliches Handeln ist darauf ausgerichtet, Ressourcen zu schonen, Biodiversität zu fördern und die natürlichen Kreisläufe zu bewahren.

Im Folgenden stellen wir Ihnen beispielhaft 11 konkrete Maßnahmen vor, mit denen wir aktiv zum Umweltschutz auf unserem Weingut beitragen. In Wirklichkeit ist unser Engagement jedoch noch viel umfassender, denn Nachhaltigkeit begleitet uns jeden Tag in jedem Arbeitsschritt.

1. Strom vom Freiflächen-PV-Park

Unser Freiflächen-PV-Park umfasst 10.000 m² und trägt mit 2.324 Modulen und 999,32 kWp Leistung jährlich rund 1,1 Mio. kWh grünen Strom bei – genug für etwa 275 Haushalte (bei einem Durchschnittsverbrauch von 4.000 kWh pro Jahr).

Unsere Schafe sorgen als natürliche Rasenmäher für die Pflege der Anlage. Durch die Umwandlung von Acker- in Grünland entstanden zudem 70.453 Ökopunkte und wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Der PV-Park deckt den gesamten Strombedarf unserer Kellerei und spart dabei erhebliche Mengen CO₂ ein.

2. Stromspeicher – gespeist von 2 Dach-PV-Anlagen

Unsere beiden Dach-Photovoltaikanlagen verfügen gemeinsam über 123,89 kWp Leistung und leisten einen wichtigen Beitrag zu unserer nachhaltigen Energieversorgung. Sie speisen kontinuierlich unseren Stromspeicher, der überschüssige Solarenergie aufnimmt und für später bereithält.

So können wir auch nachts oder an sonnenarmen Tagen auf unseren eigenen, erneuerbaren Strom zurückgreifen. Besonders wichtig ist das für Lüftungsanlagen, Server und Kompressoren, die während der Weinbereitung rund um die Uhr zuverlässig laufen müssen.

Durch diese Kombination aus PV-Anlagen und Speichertechnologie reduzieren wir unseren externen Energiebedarf deutlich und machen unseren Betrieb ein großes Stück unabhängiger, effizienter und klimafreundlicher.

3. Eigenes Quellwasser – frisch aus der Rieder-Quelle

Unsere Rieder-Quelle wurde 1953 vom Weingutsgründer Friedrich Eberbach mit einer Wünschelrute entdeckt – und bis heute nutzen wir dieses wertvolle Wasser für viele Bereiche im Betrieb.

Nach Entkalkung und Filtration eignet sich das Quellwasser hervorragend als Trinkwasser. Gleichzeitig verwenden wir es auch im Keller, zum Beispiel zum Ausspritzen der Tanks oder für andere Reinigungsarbeiten.

Die Arbeit mit 100 % eigenem Wasser ermöglicht uns eine besonders hohe Kellerhygiene – kosteneffizient, zuverlässig und völlig unabhängig von externen Versorgern. Zudem ist es wesentlich umweltfreundlicher, als Wasser aus dem Bodensee über weite Strecken zu beziehen.

So verbindet unsere Quelle Tradition, Qualität und nachhaltiges Wirtschaften – seit inzwischen über 70 Jahren.

4. Wasserenergie Nutzung - über Wärmepumpen

Bereits seit 1984 heizen wir all unsere Gebäude mithilfe von Wasser-Wärmepumpen – lange bevor Umweltschutz zum allgemeinen Thema wurde. Unser Quellwasser tritt ganzjährig mit konstanten 12 °C aus dem Boden. Durch eine Abkühlung um 5–8 °C gewinnen wir genügend Erdwärme, um rund 2.000 m² Wohn- und Betriebsfläche effizient zu beheizen.

Dank dieser nachhaltigen Technik sparen wir jedes Jahr rund 25.000 Liter Heizöl ein. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern macht uns auch weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern und externen Versorgungsstrukturen.

5. Pflanzenkläranlage

Damit unser genutztes Quellwasser umweltgerecht gereinigt wird, betreiben wir die grösste private Pflanzenkläranlage in Baden-Württemberg, auf die wir besonders stolz sind. Nicht wegen der langen Genehmigungsphase – sondern weil sie außerordentlich effizient arbeitet und unser Kellereiabwasser sauberer aufbereitet, als es viele öffentliche Kläranlagen könnten.

Unsere Anlage besteht aus einem 60 Meter langen, 12,5 Meter breiten und 1,60 Meter tiefen Schilfbeet, das mit 1.060 Tonnen Feinkies, Flusskies und Sand gefüllt ist – alles umhüllt von einer wasserdichten Folie. Bei einem Besuch können Sie den See bzw. das große Schilfbeet aus nächster Nähe erleben.

Die Reinigung verläuft in mehreren Schritten:
Zunächst wird das Abwasser in fünf Vorklärgruben von Schwebstoffen befreit. Anschließend verteilt ein Tropfschlauchsystem das vorgeklärte Wasser gleichmäßig über das Sand- und Schilfbeet. Dort übernehmen Mikroorganismen im Sand die eigentliche Reinigung. Die Schilfpflanzen lockern das Beet mit ihren Wurzeln, wachsen dank der Nährstoffe besonders schnell und werden im Frühjahr geschnitten, kompostiert und als natürlicher Dünger im Weinberg ausgebracht.

Das Schilfbeet ist außerdem ein wertvoller Lebensraum für Insekten, Frösche und Kleintiere. Es verursacht keinerlei Geruchsbelästigung, fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und liefert ein beeindruckend gutes Ergebnis: Das gereinigte Wasser verlässt die Anlage glasklar und rückstandsfrei – und darf bedenkenlos in den Neckar eingeleitet werden.

6. Bewässerungsteich – ein lebendiges Biotop

In unserem 5.000 m² großen Teich wird das Quellwasser gesammelt. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3 Metern fasst er rund 15.000 m³ – das entspricht 15 Millionen Litern Wasser.

Dieses flüssige Biotop ist Heimat für Frösche, Schlangen, Wildenten, Wasserläufer und sogar eine kleine Nutria-Familie. Zudem finden sich hier seltene Libellen, Schnecken und Wasserflorfliegen.

Das Wasser aus dem Teich dient nicht nur der Natur: Im Frühling schützt es unsere Reben vor Frostschäden, indem es unter dem Eispanzer die Knospen vor Erfrierungen bewahrt. Im Sommer bewässern wir damit auf Knopfdruck 13 Hektar Weinberge, um den zunehmenden Trockenperioden entgegenzuwirken.

Reben lieben Sonne, aber ohne Wasser bringen sie keine guten Trauben hervor. Moderate und gezielte Bewässerung sorgt für gesunde Reben und hochwertige Weine – und erhält zugleich ein wertvolles Ökosystem mitten auf unserem Weingut.

7. Streuobstwiesen - Pflege

Auf rund 3 Hektar pflegen wir unsere Streuobstwiesen und haben seit 2016 über 50 neue Obstbäume gepflanzt. Unsere Schafe übernehmen dabei die natürliche Grünpflege und halten die Wiesen kurz.

Die Früchte der Bäume nutzen wir kreativ: Kirschen, Williams-Christbirnen, Pflaumen werden zu feinen Bränden verarbeitet, aus Äpfeln entsteht unser naturtrüber Apfelsaft. Die Walnüsse legen wir in Rum ein und verwandeln sie in einen aromatischen Nuss-Rum-Likör.

So verbinden wir traditionelle Landwirtschaft, tierische Helfer und hochwertige Produkte auf natürliche Weise.

8. Blühwiesen - Pflege

Für Bienen, Hummeln und viele andere Insekten legen wir regelmäßig spezielle Blühwiesen mit ausgewählten Samenmischungen an. Gerade diese kleinen Tiere sind unverzichtbar für das Ökosystem, finden jedoch durch die zunehmende Versiegelung der Landschaft immer weniger Lebensraum.

Unsere Blühwiesen schaffen natürliche Rückzugsorte, fördern die Artenvielfalt und tragen aktiv dazu bei, dass die Natur in und um unsere Weinberge lebendig bleibt.

9. Umweltfreundlicher Pheromon-Einsatz

In unseren Weinbergen setzen wir umweltschonende Pheromone ein – das sind natürliche Sexualduftstoffe, die das Männchen des Traubenwicklers so verwirren, dass es seine Weibchen nicht findet und keine Paarung stattfinden kann.

Dank dieser Methode können wir vollständig auf Insektizide verzichten und schützen so gezielt die Reben, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören.

10. Trauben abtrocknen & Förderung von Nützlingen

Mit lockeren Laubwänden in unseren Weinbergen beschleunigen wir das Abtrocknen der Trauben. Diese biologische Maßnahme erschwert es Schadpilzen wie echtem und falschem Mehltau, sich auszubreiten. Zwar ist die Blattentfernung sehr arbeitsintensiv, doch sie hilft uns, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum zu reduzieren.

Genauso wichtig ist die Förderung von Nützlingen: Raubmilben und andere nützliche Tiere halten Schädlinge wie die rote Spinne im Zaum. Stehen Schädlinge und Nützlinge im Gleichgewicht, können wir weitgehend auf chemische Mittel verzichten – das ist unser zentrales Ziel für einen natürlichen und gesunden Weinberg.

11. Trockenmauern - erhalten und pflegen

Zum Schutz der Mauereidechsen haben wir vom Landratsamt den Auftrag übernommen, unsere biologisch wertvollen Trockenmauern zu erhalten. Dabei achten wir darauf, dass die Mauern nicht durch Gebüsch beschattet werden, denn nur sonnenwarme Mauern bieten den Eidechsen einen lebenswichtigen Lebensraum – im Schatten können sie ihre Körpertemperatur nicht erreichen.

Fällt eine Mauer ein, ist der Wiederaufbau äußerst aufwendig, da er komplett ohne Zement erfolgt. Auf dem Foto sehen Sie, wie wir eine eingestürzte Trockenmauer fachgerecht und nachhaltig wieder errichten – Schritt für Schritt, Stein für Stein.

Sie sehen also, dass Sie mit sehr gutem „ÖKO“-Gewissen unsere Weine, Tonic-Water, Destillate und Sekt-Spezialitäten genießen können. Es stört uns sehr, dass die Presse teilweise nicht fundierte Panik-Meldungen von ideologisch geprägten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) verbreiten, welche die Landwirte pauschal als Umweltsünder degradieren. Sicherlich wurde in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht, aber die meisten jungen Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, sind sehr umweltbewusst und machen sich große Sorgen um die Klimaveränderung.

Wir auf dem Weingut haben im Team den Ehrgeiz unsere heimische Kulturlandschaft bestens zu pflegen und zu bewahren. Dazu arbeiten wir nachhaltig mit allen Ressourcen. Auch sind wir der festen Überzeugung, dass verantwortungsbewusst erzeugte regionale Weine & Spezialitäten ökologischer sind, als z.B. „Billig-Bio“ aus China oder anderen Ländern, wo es nur sehr wenig Kontrollen gibt.

Gerne zeigen wir Ihnen vor Ort in Lauffen die Funktion und den Aufbau unserer Pflanzenkläranlage. Es ist die größte ihrer Art in Württemberg und die Einzige, die auch für Kellereibetriebe zugelassen ist. Auch können Sie gerne an den Pheromon-Ampullen in den Weinbergen schnuppern damit Sie sehen, dass wir mit hohem Aufwand umweltverträgliche Verfahren anwenden.

Während viele auf vollmundige Werbeversprechen setzen, zeigen wir lieber konkrete Projekte, die Sie sehen und erleben können – und dazu möchten wir Sie herzlich einladen.

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